Balance Akt

Hendryk von Busse, Danilo Halle & Philipp Eichhorn
Voßstraße 8, 9, 13 & 14, Halle (Saale), 2018 & 2019

(Assistenz: Alexander Dümke, Alexander Staiger, Frieder Bader, Hanna Müller-Kaempffer, Joav Scholz, Kyrill Hirner, Marten Ernst, Martin Krauth, Max Rademacher, Michael Schulze, Nancy Röschter, Philipp Hurst, Philipp Kienast, Robert Czolkoß, Sebastian Boo Borkert, Stefan Retzlaff, Tillmann Ziola)

Balanceakt (2018–2019) war ein zweijähriges Mural-Projekt in der Voßstraße in Halle, bei dem vier 11-geschossige Plattenbauten gestaltet wurden. Die Arbeit reflektiert die Gegensätze des Quartiers, in dem sozialistische Großarchitektur auf historische Bebauung trifft und breite Straßen in enge Gassen übergehen.

Vor der Gestaltung wurde der Ort zu unterschiedlichen Tageszeiten untersucht. Ziel war es, die verschiedenen Maßstäbe des Stadtraums zu verbinden und Architektur, Geschichte und Perspektiven in ein gemeinsames Bild zu überführen. Die Komposition arbeitet mit zwei Ebenen: Figuren auf Augenhöhe für die unteren Stockwerke und großflächige Motive für die Fernwirkung der oberen Etagen. Ein roter gestalterischer Faden verbindet alle Teile des Ensembles.

Zwei Straßenfeste mit Anwohnerinnen und Anwohnern waren Teil des Prozesses. Szenen wurden gemeinsam entwickelt, nachgestellt und fotografisch dokumentiert und flossen direkt in die Fassadengestaltung ein, wodurch eine starke Identifikation mit dem Ort entstand.

Inhaltlich bezieht sich der Mittelpunkt der Wandgestaltungen an dieser Stelle auf die lokale Eulenspiegel-Sage in Halle, in der Till Eulenspiegel mit einem Seil eine überraschende Szene inszeniert haben soll Ein Motiv, das als spielerische Grundlage für das Konzept des „Balanceakts“ dient.


Auch die Farbgestaltung der umliegenden, bereits sanierten Gebäude wurde bewusst aufgenommen und teilweise direkt integriert, um ein stimmiges Gesamtbild im Quartier zu schaffen.